Die Botschaft unserer alten Märchen

Die Botschaft unserer alten Märchen - Einleitung

Willkommen im mystischen Reich der alten Märchen! - Es sind Relikte aus uralten Zeiten, als es noch keine Waschmaschinen, Autos, Flugzeuge und Supermärkte gab. Nicht einmal Computer oder Handys, und dennoch berühren uns diese Geschichten immer noch. Es ist seltsam, aber die menschlichen Probleme scheinen wohl noch die gleichen zu sein. Gier, Hass und Illusion, und immer noch kämpfen wir für oder gegen die Natur, je nach persönlichem Interesse, wie damals, in alten Zeiten. Man möchte meinen, was heute die Dino-Saurier in der Tierwelt sind, das sind die Märchen in der menschlichen Kultur. Praktisch sind sie irgendwann ausgestorben, und fleißige Sammler wie die Gebrüder Grimm haben die Reste konserviert, um uns wenigstens die versteinerten Buchstaben zu erhalten. Doch so, wie die Dino-Welt mit Phantasie in den Kinderköpfen wieder lebendig wird, so können es sicherlich auch die alten Märchen. Vielleicht ist das der einzige Grund, warum diese Märchen heute immer noch existieren. Sie haben eine Botschaft für uns, ansonsten wären sie bereits völlig verschwunden.

Heutzutage entdecken sogar Psychologen die alten Märchen als Zugang und Therapie für Kinder und Erwachsene. Das ist höchst wunderbar in unserer wissenschaftlichen Zeit! Scheinbar hat es gerade unser rationaler Verstand dringend nötig, aus dem engen Haus, das wir uns über viele Jahre gemauert haben, zumindest durch ein kleines Fenster ab und zu in die Weite und Tiefe einer fantastischen, ja beinahe irrationalen Welt zu schauen. Vielleicht bekommt damit der Begriff „Aberglaube“ eine ganz neue Dimension. Warum lassen wir im Glauben an das definierte Wissen über die Natur nicht einfach mal ein „Aber“ zu? Nur so als Spiel und nicht, um neue Definitionen zu definieren. Das soll wirklich nicht der Sinn dieses Buches sein. Hier geht es nicht darum, irgendwelche Ansichten als wahr oder falsch zu beweisen. Hier soll es um einige Anregungen zum Nachdenken gehen, den Geist etwas flexibler zu machen, die gewohnten Dinge einfach mal aus einer anderen Sicht zu betrachten und vielleicht hier und dort ein kleines Fenster zu öffnen. Natürlich geht es am Ende auch um Wahrheit, aber in einem wesentlich höheren Sinne als auf der begrifflichen Ebene. Denn es ist schon längst kein Geheimnis mehr, daß die guten alten Märchen mehrere Ebenen haben. Und wie sich der Mensch vom kleinen Kind bis zum Greis entwickelt, so können sich diese Ebenen nacheinander öffnen. Der große Trick dabei sind die Widersprüche in den Handlungen, die je nach intellektueller Entwicklung zunehmend deutlicher werden. Im schlimmsten Fall heißt es dann mit 20 Jahren: „So ein Unsinn, diese Märchen sind unlogisch und haben doch nichts mit dieser Welt zu tun!“ Das könnte dann das Märchen-Ende sein. Oder das „Aber“ erwacht, und das Märchen wird erst richtig interessant...

Nun, lange Rede, kurzer Sinn, wir möchten hier versuchen, einige Anregungen zum tieferen Verständnis der alten Märchen zu geben. Dafür haben wir uns einige Symbolies ausgedacht, die den Leser auf der Reise begleiten sollen, damit die versteinerten Buchstaben nicht ganz so leblos in der langen Reihe stehen und die Kinderaugen etwas zum Anschauen haben. Die beiden Dreiecke für weiblich und männlich haben als Symbole eine lange Tradition. In der mittelalterlichen Alchemie standen sie auch für das rötliche Feuer und das bläuliche Wasser, oder für Wind und Erde. Ihre harmonische Verbindung wäre der sechseckige Stern. Entsprechend verwenden wir hier für die Natur im Allgemeinen ein Sechseck.

Kreis und Kugel stehen für die Sonne, die dem Geschehen das Licht gibt, für das Göttliche und den goldenen Ball, der auf dem Weg des Schicksals voranrollt. Die Augen deuten auf das Leben hin, das überall zu entdecken ist, und die Arme und Beine auf das lebendige Wirken. Weitere Symbole haben wir uns aus dem Indischen geborgt, und anderes ist hoffentlich selbstverständlich.

So finden Sie auf den folgenden Seiten einige Märchentexte, wie sie die Gebrüder Grimm vor ungefähr 200 Jahren aufgeschrieben haben, zusammen mit unseren Kommentaren und Deutungen in kursiver Schrift.

Mit allen guten Wünschen,
Undine & Jens


Einleitung
Jorinde und Joringel
Der Eisenhans
Die Alte im Wald
Hänsel und Gretel
Rumpelstilzchen
Frau Holle
Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen
Hans im Glück
Der Gevatter Tod
Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein
Marienkind
Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich
Der süße Brei
Katze und Maus in Gesellschaft
Vom Fischer und seiner Frau
Der goldene Vogel
Die zwölf Brüder
Die sieben Raben
Schneewittchen


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