Die geistige Botschaft unserer alten Märchen

Der Gevatter Tod

Märchentext der Gebrüder Grimm [1857]
Interpretation von Undine & Jens in Grün [2018]

Es hatte ein armer Mann zwölf Kinder und mußte Tag und Nacht arbeiten, damit er ihnen nur Brot geben konnte. Als nun das dreizehnte zur Welt kam, wußte er sich in seiner Not nicht zu helfen, lief hinaus auf die große Landstraße und wollte den ersten, der ihm begegnete, zum Gevatter bitten.

Das Spiel mit 12 und 13 finden wir häufig in den alten Märchen. Man könnte vermuten, daß es mit den Mond-Monaten des Jahres zu tun hat, denn diesbezüglich gibt es Jahre mit 12 und 13 Mond-Monaten. Der 13. Monat spielte also eine besondere Rolle und erscheint wie eine Laune der Natur, die den gewöhnlichen Rhythmus störte, so daß auch die Zahl 13 in manchen Gegenden als eine Glückszahl und in anderen als eine Unglückzahl betrachtet wurde. Nun, auch in unserem Märchen war wohl das dreizehnte Kind ein Kind zu viel und spielt nun eine besondere Rolle. Es wird sozusagen der Natur gewidmet, die irgendwie als Pate für das Kind sorgen soll.

Der erste, der ihm begegnete, das war der liebe Gott, der wußte schon, was er auf dem Herzen hatte, und sprach zu ihm: »Armer Mann, du dauerst mich, ich will dein Kind aus der Taufe heben, will für es sorgen und es glücklich machen auf Erden.« Der Mann sprach: »Wer bist du?« - »Ich bin der liebe Gott.« - »So begehr ich dich nicht zum Gevatter,« sagte der Mann, »du gibst dem Reichen und läßt den Armen hungern.« Das sprach der Mann, weil er nicht wußte, wie weislich Gott Reichtum und Armut verteilt. Also wendete er sich von dem Herrn und ging weiter. Da trat der Teufel zu ihm und sprach: »Was suchst du? Willst du mich zum Paten deines Kindes nehmen, so will ich ihm Gold die Hülle und Fülle und alle Lust der Welt dazu geben.« Der Mann fragte: »Wer bist du?« - »Ich bin der Teufel.« - »So begehr ich dich nicht zum Gevatter,« sprach der Mann, »du betrügst und verführst die Menschen.«

‚Glauben Sie an Gott?‘ Diese Frage hört man öfters, und gewöhnlich wird darauf ein klares Bekenntnis erwartet. Fragt man allerdings nach, was mit dem Begriff ‚Gott‘ eigentlich gemeint ist, dann verschwindet plötzlich jede Klarheit, und wir begegnen unterschiedlichsten Ansichten. Das größte Problem ist, daß wir normalerweise nur in Gegensätzen denken können. Und genau das kommt hier im Märchentext auf vorzügliche Weise zum Ausdruck. Erst wird Gott sozusagen zum Pluspol gemacht und steht für alles Gute, und der Teufel wird zum Minuspol und steht für alles Schlechte. Dann wirft man Gott vor, daß er trotz seiner Allmächtigkeit das Böse und Ungerechte auf Erden zuläßt. Damit wachsen die Zweifel, und man wendet sich von ihm ab. So geht es auch heute noch vielen Menschen. Wer will sich schon einem Gott anvertrauen, der ungerecht ist? Aber die Frage der Gerechtigkeit ist sehr schwer. Welche Gerechtigkeit kann es für persönlichen Reichtum und eigene Wertvorstellungen geben? Wer verdient hier wie viel?

Er ging weiter, da kam der dürrbeinige Tod auf ihn zugeschritten und sprach: »Nimm mich zum Gevatter.« Der Mann fragte: »Wer bist du?« - »Ich bin der Tod, der alle gleich macht.« Da sprach der Mann: »Du bist der rechte, du holst den Reichen wie den Armen ohne Unterschied, du sollst mein Gevattersmann sein.« Der Tod antwortete: »Ich will dein Kind reich und berühmt machen, denn wer mich zum Freunde hat, dem kann’s nicht fehlen.« Der Mann sprach: »Künftigen Sonntag ist die Taufe, da stelle dich zu rechter Zeit ein.« Der Tod erschien, wie er versprochen hatte, und stand ganz ordentlich Gevatter.

Auch im Hinduismus ist Yama der Gott der Gerechtigkeit, der die Seelen, wenn sie im Sterben den Körper verlassen, in sein Totenreich holt, um dort über sie zu richten und zu herrschen. Das bedeutet ein Ernten der Früchte, die man im Leben angesammelt hat. Deshalb sprechen wir auch vom Sensenmann, denn die Sense ist ein altes Symbol der Ernte. Dann werden manche Glück und andere Leid ernten. Dieses Totengericht ist eine uralte Vorstellung, die wir bereits im alten Ägypten wie auch in der Bibel finden. Hier wird gewöhnlich von einer unparteiischen Gerechtigkeit gesprochen, wo die Seele nichts mehr von ihrem Verdienst und ihren Schulden verbergen kann, welche sie im Leben angesammelt hat. Hier wirkt rein das Gesetz von Ursache und Wirkung, und deshalb spricht man von wahrer Gerechtigkeit. Dahinter steht natürlich das berühmte Karmagesetz, das besagt, daß alle unsere Gedanken, Worte und Taten ihre Wirkung haben und nichts davon verlorengeht, ähnlich dem physikalischen Energieerhaltungsgesetz. In der Physik verstehen wir das, aber im Leben glaubt heutzutage kaum noch jemand daran, und wenn, dann nur oberflächlich. Wir denken gewöhnlich, daß wir unseren kleinen und großen Sünden irgendwie entkommen können, solange sie geheim bleiben. Warum auch nicht? Man kann es versuchen, denn dafür lebt ja der Mensch, um praktische Erfahrungen zu sammeln.

Hier spricht der Tod noch ein großes Wort: „Wer mich zum Freunde hat, dem kann’s an nichts fehlen.“ Wie ist das gemeint? Normalerweise ist der Tod unser größter Feind, und wir machen Leben und Tod zu einer Polarität von Gut und Schlecht, weil wir gewöhnlich nur in Gegensätzen denken können. Dann versuchen wir, das Gute festzuhalten und das Schlechte loszuwerden. Wie soll das funktionieren? Je positiver das Gute, um so negativer das Schlechte. Das ist der Grund, warum die Angst vor Tod und Krankheit um so größer wird, je mehr wir egoistisch am Leben anhaften. Besser wäre es, den Gegensatz zu versöhnen und auch den Tod zum Freund zu haben. Und man sagt, wer diesen Gegensatz von Tod und Leben ganz auflösen kann, der kann sogar den Tod überwinden und das ewige Leben finden. Dieses Thema zieht sich auch durch die Evangelien der Bibel, und es heißt: „Wer sein Leben festhalten will, wird es verlieren. Wer es aber in Gott verliert, der wird es finden. [Bibel, Matthäus 16.25]“ Und wie man durch das Festhaltenwollen des Lebens den Tod erzeugt, so entsteht auch die Armut durch das Festhaltenwollen des Reichtums. Zuerst entsteht die Armut um uns herum, weil wir reicher als andere sein möchten, und dann müssen wir irgendwann selbst auf die Armut treffen, weil das Karmagesetz entsprechend wirkt.

Als der Knabe zu Jahren gekommen war, trat zu einer Zeit der Pate ein und hieß ihn mitgehen. Er führte ihn hinaus in den Wald, zeigte ihm ein Kraut, das da wuchs, und sprach: »Jetzt sollst du dein Patengeschenk empfangen. Ich mache dich zu einem berühmten Arzt. Wenn du zu einem Kranken gerufen wirst, so will ich dir jedesmal erscheinen: Steh ich zu Häupten des Kranken, so kannst du keck sprechen, du wolltest ihn wieder gesund machen, und gibst du ihm dann von jenem Kraut ein, so wird er genesen. Steh ich aber zu Füßen des Kranken, so ist er mein, und du mußt sagen, alle Hilfe sei umsonst, und kein Arzt in der Welt könne ihn retten. Aber hüte dich, daß du das Kraut nicht gegen meinen Willen gebrauchst, es könnte dir schlimm ergehen.«

Der Knabe wird in die Natur geführt, um etwas Besonderes zu lernen. In anderen Versionen dieses Märchens dauert diese Lehre drei Jahre, in denen er schweigend zu Füßen seines Lehrers sitzt. Es gibt Dinge, die kann der Mensch durch rationales Denken mit Worten und Schriften lernen. Anderes lernt man durch Intuition, mit einer tieferen Sichtweise, und dazu ist das innere Schweigen nötig, damit man die leisen Stimmen hören kann. Das sind die Patengeschenke der Natur, zum einen das Wissen über die Heilung und zum anderen die Sicht auf das Wesen der Krankheit, in diesem Fall auf den Tod selbst. Auch heute noch sollte ein guter Arzt neben dem medizinischen Wissen die nötige Intuition besitzen, um die leisen Stimmen der Natur wahrzunehmen, und sich auch bewußt sein, daß er zwar das passende Medikament geben kann, aber die Wirkung in der Hand der Natur liegt. Die große Frage ist, inwieweit man die Natur zwingen kann und sollte? Die Warnung wird deutlich ausgesprochen: Hüte dich vor Mißbrauch der dir gegebenen Fähigkeiten! Das erinnert uns an den Eid des Hippokrates, der für unsere Ärzte heutzutage leider nicht mehr bindend ist.

Es dauerte nicht lange, so war der Jüngling der berühmteste Arzt auf der ganzen Welt. »Er braucht nur den Kranken anzusehen, so weiß er schon, wie es steht, ob er wieder gesund wird, oder ob er sterben muß,« so hieß es von ihm, und weit und breit kamen die Leute herbei, holten ihn zu den Kranken und gaben ihm so viel Gold, daß er bald ein reicher Mann war. Nun trug es sich zu, daß der König erkrankte: der Arzt ward berufen und sollte sagen, ob Genesung möglich wäre. Wie er aber zu dem Bette trat, so stand der Tod zu den Füßen des Kranken, und da war für ihn kein Kraut mehr gewachsen. »Wenn ich doch einmal den Tod überlisten könnte,« dachte der Arzt, »er wird’s freilich übelnehmen, aber da ich sein Pate bin, so drückt er wohl ein Auge zu: ich will’s wagen.« Er faßte also den Kranken und legte ihn verkehrt, so daß der Tod zu Häupten desselben zu stehen kam. Dann gab er ihm von dem Kraute ein, und der König erholte sich und ward wieder gesund. Der Tod aber kam zu dem Arzte, machte ein böses und finsteres Gesicht, drohte mit dem Finger und sagte: »Du hast mich hinter das Licht geführt: diesmal will ich dir’s nachsehen, weil du mein Pate bist, aber wagst du das noch einmal, so geht dir’s an den Kragen, und ich nehme dich selbst mit fort.«

Bald hernach verfiel die Tochter des Königs in eine schwere Krankheit. Sie war sein einziges Kind, er weinte Tag und Nacht, daß ihm die Augen erblindeten, und ließ bekanntmachen, wer sie vom Tode errettete, der sollte ihr Gemahl werden und die Krone erben. Der Arzt, als er zu dem Bette der Kranken kam, erblickte den Tod zu ihren Füßen. Er hätte sich der Warnung seines Paten erinnern sollen, aber die große Schönheit der Königstochter und das Glück, ihr Gemahl zu werden, betörten ihn so, daß er alle Gedanken in den Wind schlug. Er sah nicht, daß der Tod ihm zornige Blicke zuwarf, die Hand in die Höhe hob und mit der dürren Faust drohte; er hob die Kranke auf, und legte ihr Haupt dahin, wo die Füße gelegen hatten. Dann gab er ihr das Kraut ein, und alsbald röteten sich ihre Wangen, und das Leben regte sich von neuem.

Nun nimmt die Geschichte ihren menschlichen Lauf. Seit Adam und Eva ist es immer wieder das gleiche Problem: Wir greifen nach den Früchten unserer Taten und suchen schließlich den persönlichen Vorteil, zuerst im Reichtum, dann im Ruhm und schließlich in der Herrschaft. Und so mißbrauchen wir die Fähigkeiten, die uns die Natur gegeben hat, für egoistische Ziele. Warum funktioniert das? Wo bleibt hier die Gerechtigkeit des Todes, die anfangs so gerühmt wurde? Warum toleriert der Tod die Hinterlist des Arztes? Natürlich funktioniert das, denn wir sollten nie vergessen, daß auch der Mensch ein Teil der Natur ist und hier seinen Spielraum hat. Aber daß so etwas nicht lange gut geht, das sagt uns eigentlich schon die Vernunft. Wer die Warnungen der Natur mißachtet, wird die Konsequenzen tragen müssen. Und dabei ist die Natur sehr geduldig mit uns. Sie warnt uns viele Male und gibt uns immer wieder die Chance zu lernen. Und am Ende heißt es: Wer den Tod betrügen will, kommt selbst unter seine Herrschaft. Denn die Natur kann man nicht betrügen, nur sich selbst.

Der Tod, als er sich zum zweitenmal um sein Eigentum betrogen sah, ging mit langen Schritten auf den Arzt zu und sprach »Es ist aus mit dir und die Reihe kommt nun an dich.« packte ihn mit seiner eiskalten Hand so hart, daß er nicht widerstehen konnte, und führte ihn in eine unterirdische Höhle. Da sah er, wie tausend und tausend Lichter in unübersehbaren Reihen brannten, einige groß, andere halbgroß, andere klein. Jeden Augenblick verloschen einige, und andere brannten wieder auf, also daß die Flämmchen in beständigem Wechsel hin und her zu hüpfen schienen. »Siehst du,« sprach der Tod, »das sind die Lebenslichter der Menschen. Die großen gehören Kindern, die halbgroßen Eheleuten in ihren besten Jahren, die kleinen gehören Greisen. Doch auch Kinder und junge Leute haben oft nur ein kleines Lichtchen.«

Und wie lehrt uns die Natur? Sie zeigt uns ihr inneres Wesen, soweit man es sehen will und kann. Und sicherlich, unser Arzt hatte die Fähigkeit dazu. Das Lebenslicht ist auch ein uraltes Symbol. Es ist wie eine Kerze, die langsam abbrennt und am Ende erlischt. Es heißt sogar, daß die Größe dieser Kerze und damit die Lebenslänge in gewisser Weise vorbestimmt sind. Das kann für manche Menschen sehr beruhigend sein, denn man muß sich nicht ständig darum Sorgen machen. Man kann aber auch darüber nachdenken, inwiefern man Einfluß hat, ob das Licht ruhig oder stürmisch abbrennt. Dazu wird auch gesagt, daß „die Flämmchen in beständigem Wechsel hin und her zu hüpfen schienen“. Das ist vorzüglich formuliert und erinnert uns an das scheinbare Wandern der Seele, was man auch Wiedergeburt nennt. Das ist natürlich ein großes Thema, und es gibt dazu die unterschiedlichsten Theorien, vom enthusiastischen blinden Glauben bis hin zur völligen Ablehnung. Inwieweit sich die Natur um unsere Theorien kümmert, ist schwer zu sagen, denn irgendwo sind auch diese Theorien ein Teil der Natur und wirken im Großen und Ganzen mit. Erstaunlich ist allerdings, daß sogar unsere moderne Wissenschaft auf die Frage nach der Entstehung des irdischen Lebens keine plausible Antwort geben kann. Diesbezüglich suchen manche Wissenschaftler sogar beim Außerirdischen Zuflucht und behaupten, daß unser Leben mit Meteoriten irgendwoher aus dem Weltall auf die Erde kam. So sucht unsere Wissenschaft gern im Äußeren, während unser Arzt ins Innere geführt wird, in diese dunkle Höhle unseres Wesens, die das Licht des Bewußtseins nur selten erleuchtet. Aber wie entsteht nun das Leben? Wer zündet diese Lichter an? Sicherlich spielt auch hier das Gesetz von Ursache und Wirkung eine wesentliche Rolle, und wie die Wolken am Himmel unter bestimmten Bedingungen entstehen, so entsteht irgendwie auch das unter bestimmten Bedingungen, was wir Leben und Seele nennen. Wie weit diese Bedingungen reichen und wie tief die Wurzeln der Ursachen sind, hängt davon ab, wie weit man denken kann und möchte, und am Ende ist vielleicht sogar das ganze Universum damit verbunden.

Zu diesem Thema gehört auch die Frage, inwieweit es überhaupt eine persönliche Seele gibt, die durch die Welt und das Leben wandert. Natürlich haben unser Personalausweis und die Urkunde im Stammbuch eine gewisse Wahrheit, ähnlich wie der Kaufvertrag für ein Haus und die Beurkundung im Grundbuch. Wir wissen aber auch, daß sich bereits die Naturgewalten kaum an diese Eigentumsgrenzen halten. Und wie es dem einen das Haus wegweht oder alles verbrennt oder wegschwemmt, so wird dem anderen seine Gesundheit und schließlich sogar der Körper genommen. Ob es dann nach dem Tod weitergeht? Natürlich, irgendwie dreht sich die Welt weiter, und alles, was wir im Leben gedacht, gesprochen und getan haben, ist ein Teil des Ganzen und wird sicherlich nicht ohne Wirkung bleiben. Inwieweit man sich darin persönlich sieht, bleibt am Ende der eigenen Phantasie oder Bescheidenheit überlassen, vom depressiven Nichtsnutz bis zum überheblichen Tyrannen ist da alles möglich.

»Zeige mir mein Lebenslicht.« sagte der Arzt und meinte, es wäre noch recht groß. Der Tod deutete auf ein kleines Endchen, das eben auszugehen drohte, und sagte: »Siehst du, da ist es.« - »Ach, lieber Pate,« sagte der erschrockene Arzt, »zündet mir ein neues an, tut mir’s zuliebe, damit ich mein Leben genießen kann, König werde und Gemahl der schönen Königstochter.« »Ich kann nicht,« antwortete der Tod, »erst muß eins verlöschen, eh ein neues anbrennt.« »So setzt das alte auf ein neues, das gleich fortbrennt, wenn jenes zu Ende ist,« bat der Arzt. Der Tod stellte sich, als ob er seinen Wunsch erfüllen wollte, langte ein frisches großes Licht herbei: aber weil er sich rächen wollte, versah er’s beim Umstecken absichtlich, und das Stückchen fiel um und verlosch. Alsbald sank der Arzt zu Boden, und war nun selbst in die Hand des Todes geraten.

„Zeige mir mein Lebenslicht!“ Schon diese Frage bringt uns eigentlich den Tod, denn sicherlich ist unser Lebenslicht niemals groß genug. Und der Arzt bittet natürlich um ein größeres, um sein Leben zu genießen. Kann er auf diesem Weg jemals an ein zufriedenes Ende kommen? Zumindest sorgt die Natur dafür, daß so etwas normalerweise nicht passiert, und der Tod sagt ganz klar, daß man erst sterben muß, um mit einem neuen Licht wieder geboren zu werden. Aber auch hier versucht unser Arzt, den Tod zu betrügen, und wünscht sich, daß seine jetzige Kerze, sobald sie abgebrannt ist, gleich eine neue entzündet. Das heißt vermutlich, er will diese Welt nicht verlassen, um wieder geboren zu werden, denn er hängt an seinem persönlichen Besitz. Er will festhalten, was ihm nur auf Zeit gegeben ist. Klar, man kann es versuchen! Aber am Ende scheitern doch all unsere spitzfindigen Versuche, mit rationalem Denken die Natur auszutricksen. Der Versuch mißlingt, er betrügt nur sich selbst und verliert noch den letzten Rest seines Lebens. Denn was man egoistisch festhalten will, das muß man verlieren. Oder wie Goethe schrieb: „Denn alles muß in Nichts zerfallen, was im Sein beharren will.“ Man möchte meinen, dieses Märchen geht damit nicht gut aus. Denn der Mensch verliert, und die Natur siegt. Aber schließlich bewahrt doch der Tod seine Gerechtigkeit, und darüber hinaus muß man annehmen, daß das Licht unseres Arztes nicht für immer verloschen war, denn ansonsten hätte niemand von dieser mystischen Höhle der Lebenslichter erzählen können. Also vielleicht doch ein gutes Ende, zumindest ein lehrreiches...

Und hier noch das Gedicht von Goethe [Eins und Alles], das gut zu diesem Märchen paßt:

Eins und alles

Im Grenzenlosen sich zu finden,
Wird gern der einzelne verschwinden,
Da löst sich aller Überdruß;
Statt heißem Wünschen, wildem Wollen,
Statt lästigem Fordern, strengem Sollen
Sich aufzugeben ist Genuß.
Weltseele, komm, uns zu durchdringen!
Dann mit dem Weltgeist selbst zu ringen,
Wird unsrer Kräfte Hochberuf.
Teilnehmend führen gute Geister,
Gelinde leitend höchste Meister
Zu dem, der alles schafft und schuf.
Und umzuschauen das Geschaffne,
Damit sichs nicht zum Starren waffne,
Wirkt ewiges, lebendiges Tun.
Und was nicht war, nun will es werden
Zu reinen Sonnen, farbigen Erden;
In keinem Falle darf es ruhn.
Es soll sich regen, schaffend handeln,
Erst sich gestalten, dann verwandeln;
Nur scheinbar stehts Momente still.
Das Ewige regt sich fort in allen:
Denn alles muß in Nichts zerfallen,
Wenn es im Sein beharren will.

Der Herr Gevatter

Ein armer Mann hatte schon viel Kinder, so daß er alle Welt zu Gevatter gebeten hatte, und als er noch eins bekam, wußte er nicht, wen er noch zu Gevatter bitten könne. Da wurde er sehr betrübt und legte sich hin und schlief ein. Da träumte ihm, er solle vor das Tor gehen, und den ersten, der ihm begegne, den solle er zu Gevatter bitten. Das tat der Mann, da begegnete ihm einer, den bat er zum Gevatter und der schenkte ihm ein Gläschen mit Wasser und sprach: »Damit kannst du alle Kranken kurieren, wenn der Tod beim Kopf steht, steht er aber bei den Füßen, so muß der Kranke sterben.« Nun wurde des Königs Kind krank, und der Tod stand beim Kopf, da kurierte er’s mit dem Wasser, und das zweite Mal, als es krank wurde, da machte er’s wieder gesund, weil der Tod wieder beim Kopf stand, das dritte Mal aber stand er bei den Füßen, da mußte es sterben.

Wir stützen uns bei diesem Märchen ausnahmsweise auf die Version aus dem Buch der Gebrüder Grimm von 1812, weil hier in späterer Überarbeitung wohl einiges an Sinn verlorenging. Der Anfang dieses Märchens gleicht im Prinzip dem vorherigen, er ist nur etwas kürzer. Interessant ist vielleicht der zweite Teil. Wenn der Gevatter Tod bisher zum Arzt gekommen bzw. vor ihm erschienen ist, so begibt sich nun der Arzt zu seinem Gevatter und besucht ihn in seinem Haus. Hier sollten wir uns auch bewußt sein, daß noch im Mittelalter der Beruf eines Arztes sehr umfassend mit der Naturkunde, Alchemie und Spiritualität verbunden war. Heute würden wir vielleicht Schamane dazu sagen.

Da ging der Mann zu seinem Gevatter und wollte es ihm alles erzählen, und als er im Haus auf die erste Treppe kam, so standen da die Schippe und der Besen, und stritten sich. Da fragte er sie, wo der Gevatter wohne. Der Besen sagte: »Eine Treppe höher.« Wie er auf die zweite Treppe kam, sah er eine Menge toter Finger liegen. Da fragte er wieder, wo der Gevatter wohne. »Eine Treppe höher.« Auf der dritten Treppe lag ein Haufen toter Köpfe, die sagten wieder: »Eine Treppe höher.« Auf der vierten sah er Fische über dem Feuer stehen, die brutzelten in der Pfanne und backten sich selber. Sie sagten auch: »Eine Treppe höher.« Wie er auf die fünfte kam da war eine Stube, da guckte er durch das Schlüsselloch, und sah den Gevatter, der ein paar lange, lange Hörner aufhatte, und als er hineinging, legte er sie geschwind aufs Bett und deckte sie zu. Da sprach der Mann: »Herr Gevatter, wie ich auf eure erste Treppe kam, da sah ich eine Schippe und einen Besen stehen, die sich stritten.« – »Wie seid ihr so einfältig, antwortete der Gevatter, das waren der Knecht und die Magd, die sprachen zusammen.« – »Auf der zweiten Treppe sah ich tote Finger liegen.« – »Ei, wie seid ihr dumm, das waren Skorzenerwurzel (Schwarzwurzel).« – »Auf der dritten lag ein Haufen Totenköpfe.« – »Dummer Mann, das waren Krautköpfe.« – »Auf der vierten sah ich Fische in der Pfanne, die brutzelten und backten sich selber.« Wie er das Wort sprach, kamen die Fische und trugen sich selber auf. »Und auf der fünften guckte ich durchs Schlüsselloch, da sah ich, daß ihr lange, lange Hörner hattet« – »Ei, das ist nicht wahr.«

Daß unser Arzt die Fähigkeit hatte, etwas zu sehen, was andere um ihn herum nicht sahen, kennen wir bereits aus dem letzten Märchen. So werden hier fünf Treppen beschrieben, die in einem Haus nach oben zum Gevatter führen, diesem mystischen Wesen, das hier über Tod und Leben steht. Auf diesem Weg begegnen uns seltsame Symbole, die man irgendwie deuten kann. So könnte man darin zum Beispiel eine mentale Höherentwicklung sehen. Auf der unteren Stufe streiten sich die natürlichen Gegensätze. Der Besen kehrt zusammen, und die Schippe nimmt es auf. Beides sind Mittel der Reinigung im Haus. Sie sagen: „Steig höher!“ Auf der zweiten Stufe liegen viele tote Finger. Die Finger als Teil der Hand könnten auf das Handeln hindeuten, und tot sind sie vielleicht, weil man auf dieser Stufe nicht mehr nach den Früchten seiner Taten greift. Dann säen die Taten keine karmischen Samen mehr aus. Und dieses Handeln ohne Anhaftung spricht zu uns: „Steig höher!“ Auf der dritten Stufe findet man tote Köpfe. Das könnte bedeuten, daß auch das Denken eine gewisse Reinheit erreicht hat und von Anhaftung frei wurde, so daß uns die Gedanken nicht mehr zwanghaft beherrschen und quälen. Auf der vierten Stufe gibt es Fische, die sich selbst kochen oder braten. Der Fisch ist ein sehr altes Symbol und kann für das Leben stehen, das eng mit dem Wasser verbunden ist, und so auch für die Seele.

Im christlichen Hintergrund könnte damit auch Jesus, der Sohn Gottes gemeint sein, der sich hier auf Erden selbst opfert, damit wir endlich aus unserem Wahn erwachen. Er brach zum Abendmahl das Brot und sprach: „Nehmt, das ist mein Leib!“ Dann ergriff er den Kelch, dankte und sprach: „Trinkt, das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für alle Wesen vergossen wird!“ Warum ein Abendmahl? Diese Speise zielt nicht auf den vergänglichen Tag, um die Energie zum Arbeiten usw. zu empfangen, sondern auf den ewigen Tag, um das reine und unsterbliche Bewußtsein zu empfangen, das auch leuchtet, wenn es draußen in der Welt tiefe Nacht ist. Und Sankt Augustinus hörte voller Ehrfurcht eine Stimme aus der Höhe, die sprach: „Ich bin eine Speise der Starken. Wachse und du wirst mich genießen! Doch nicht wirst du mich in dich verwandeln, gleich der Speise deines Fleisches, du wirst gewandelt werden in mich.“ [Bekenntnisse, 7.10]

So opfern sich auch hier die Fische, indem sie sich selbst kochen, das heißt auch, sich verändern, an sich arbeiten, sich weich und beweglich machen und das verhärtete Ego auflösen. Das erinnert gleichfalls an die alten Hexen mit ihren Hexenkesseln, in denen auf magische Weise die ganze Welt gekocht wurde, oder an die Vorstellung der Hölle, wo die härtesten Sünder in kochenden Kesseln gereinigt werden, bis sich ihr Ego löst und irgendwann erlöst wird. Auch hier geht es um eine Höherentwicklung, und so finden wir auf der fünften Stufe eine Tür, und dort schauen wir zunächst durch ein kleines Löchlein auf ein Wesen, das alle Formen annehmen und jede Maske tragen kann. Das ist ein großes Thema. Auf dieser geistigen Ebene verschwinden alle Gegensätze, mit denen unsere Gedanken so gern spielen. Speziell geht es hier um den Teufel, der oft mit zwei Hörnern dargestellt wird, die wohl auf sein animalisches und gegensätzliches Wesen hindeuten, das sich grundsätzlich gegen alles Gute stellt. So wird der Teufel schnell zum Minuspol im Gegensatz zu Gott als Pluspol, der ewige Kampf zwischen dem Göttlichen und Dämonischen. Wer allerdings etwas tiefer schaut, wird erkennen, daß auch der Teufel nur ein geistiges Wesen ist, das seine gottgegebene Aufgabe in dieser Welt zu erfüllen hat. Oder wie Goethe im [Faust 1] den Teufel sagen läßt:

Ich bin ein Teil von jener Kraft,
Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.
Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, daß es zugrunde geht;
Drum besser wär's, daß nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.
Wenn sich der Mensch, die kleine Narrenwelt
Gewöhnlich für ein Ganzes hält –
Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles war...

Es heißt, manchmal ist Gott so gut verkleidet, daß ihn auch die Weisesten kaum noch erkennen können. Doch geht man auf dieser fünften Stufe durch die Tür, dann legt er seine Verkleidung ab und zeigt sein wahres Wesen. Und wie zeigt sich das? All diese sonderbaren Wesen, die unser Arzt durch seine erweiterte Sicht wahrnimmt, sind etwas ganz Natürliches und Normales. Man braucht sich nichts darauf einbilden, wenn man solche „Geister“ sieht. Auf der untersten Stufe streiten die natürlichen Gegensätze, oft als männliche und weibliche Kräfte symbolisiert, die uns im Leben und in jeder geistigen Entwicklung eine große Hilfe sind. Die Finger auf der zweiten Stufe sind vielleicht nichts anderes als die dunklen Wurzeln des Handelns, aus denen auf der nächsten Stufe das wirre Kraut in unseren Köpfen wächst. Das erinnert auch an das Sprichwort „wie Kraut und Rüben“, das auf Unordnung und Chaos hinweist. Die Fische servieren sich schließlich selbst dem höchsten Wesen als Nahrung, und vereinen sich damit mit dem Höchsten. Und die langen Teufelshörner? - „Ei, du dummer und einfältiger Mensch, das ist doch alles nicht wahr!“

Nun, wenn wir von Befreiung, Erlösung, Erwachen oder Erleuchtung sprechen, geht es vor allem um die Wahrheit. Das ist ein weiteres großes Thema. Doch die Frage steht hier, ob die seltsamen Wesen, die unser Arzt aufgrund seiner tieferen Sicht wahrnimmt, wirklich existieren und der Wahrheit entsprechen, denn andere Leute sehen sie offenbar nicht. Ist das also alles Unsinn, wenn man solche „seltsamen Geister“ sieht?

Vielleicht ein kleiner philosophischer Ausflug: Was ist Wirklichkeit? Wortwörtlich ist es all das, was Wirkung hat. Und sicher, diese seltsamen Wesen haben ihre Wirkung, sonst könnten wir hier nicht darüber philosophieren. Auch praktisch haben Krankheit und Tod natürlich ihre Wirkungen. - Und was ist Wahrheit? Das ist gewöhnlich das, was wir „wahrnehmen“, also als Wahrheit annehmen. Und da geht es vor allem um den erprobten praktischen Nutzen im Leben, also relative Wahrheit. Wenn ich zum Beispiel in Chemnitz stehe und jemanden frage, wie ich nach Berlin komme, dann sagt er vielleicht: „Richtung Norden“ Das wäre eine relative Wahrheit für mich persönlich, abhängig von meinem Standpunkt und meinem Ziel. Für jemand anders, der zum Beispiel in Hamburg steht, wäre das eine Lüge. So können wir auch diese „seltsamen Geister“ als relative Wahrheiten betrachten, die der geistigen Entwicklungsstufe unseres Arztes entsprechen, eine wichtige Rolle in seinem Leben spielen und ihm nützlich sind. Wenn wir jedoch vom geistigen Erwachen oder der Erleuchtung sprechen, da geht es vor allem um die absolute Wahrheit, und es heißt: All das, was wir mit unseren gewöhnlichen Sinnen „wahrnehmen“ ist keine absolute, sondern relative Wahrheit, die man sogar Unwissenheit oder Illusion nennen kann, weil sie jeder Mensch je nach seinen Erfahrungen und Ansichten anders verschleiert erkennt. Das könnte hier mit dem letzten Satz auf der höchsten Stufe der geistigen Entwicklung gemeint sein, daß man schließlich erkennt, daß all diese sichtbaren Dinge keine absolute Wahrheit sind.

Wenn wir hier von fünf Entwicklungsstufen sowie Arzt und Heilung sprechen, sollten wir auch Paracelsus erwähnen, der als Arzt im 16. Jahrhundert die Erkrankung und entsprechend die Heilung eines Menschen auf fünf Ebenen erklärte. Das beginnt auf der körperlichen Ebene, über die psychosomatische und geistige bis hinauf zur göttlichen Ebene. Er selbst hat im Leben alles versucht, in diesem körperlichen Haus die Meisterschaft bis zur fünften und höchsten Ebene zu erreichen.

Bei Wikipedia [Paracelsus] lesen wir über ihn:
Die Medizin hat nach Paracelsus auf Natur- und Gotteserkenntnis zu fußen. Zum Verständnis der Dinge und damit auch der Krankheiten und ihrer richtigen Behandlung seien einerseits empirische Befunde, andererseits – und weitaus wichtiger – die Betrachtung des Großen und Ganzen notwendig: „Denn der Mensch kann nur vom Makrokosmos aus erfaßt werden, nicht aus sich selbst heraus. Erst das Wissen um diese Übereinstimmung (bzw. Einheit) vollendet den Arzt. Er kennt die Welt und damit auch den Menschen, die zusammen nur ein einziges Ding sind und nicht zwei, was durch die Erfahrung bestätigt wird. Der Laie sieht die Oberfläche. Das Innere, Geheime zu sehen, ist dem Arzt vorbehalten. (Opus Paramirum).“ Für Paracelsus ist der materielle Körper lediglich ein Teil des für den gewöhnlichen Betrachter zu großen Teilen nicht-sichtbaren vollständigen Körpers. Wer jedoch durch stetige Arbeit an sich selbst (innere Umwandlung) der göttlichen Erleuchtung, des göttlichen Feuers teilhaftig würde, der könne die Welt mit anderen Augen, d.h. „im Lichte der Natur“ sehen, und nur der würde auch zum Arzt taugen, denn: „Es ist verfehlt, in der Medizin sein Wissen vom Hörensagen und Lesen zu schöpfen. Sondern man muß sich fragen: Wie hat der Erste gelehrt? Und der, der ihn gelehrt hat, lehre auch uns. Die Naturkraft im Feuer sei auch unser Lehrmeister.“ und „Das Feuer aber macht sichtbar, was sonst im Dunkel ist. Nach dieser Methode soll die Wissenschaft vorgetragen werden (Opus Paramirum).“


Einleitung
Jorinde und Joringel
Der Eisenhans
Die Alte im Wald
Hänsel und Gretel
Rumpelstilzchen
Frau Holle
Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen
Rotkäppchen
Hans im Glück
Der Gevatter Tod
Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein
Rapunzel
Der treue Johannes
Der wunderliche Spielmann
Die weiße Schlange
Der Teufel mit den drei goldenen Haaren
Das Mädchen ohne Hände
Dornröschen
Marienkind
Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich
Der süße Brei
Katze und Maus in Gesellschaft
Vom Fischer und seiner Frau
Der goldene Vogel
Die zwölf Brüder
Die sieben Raben
Schneewittchen
Die sechs Diener
Der Arme und der Reiche
Der Spielhansl
Das kluge Gretel
Der Wolf und die sieben jungen Geißlein

[1857] Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen, 7. Auflage, Berlin 1857
[Paracelsus] de.wikipedia.org/wiki/Paracelsus
[Bibel] Luther Bibel, 1912
[Bekenntnisse] Übersetzung von Otto F. Lachmann: Die Bekenntnisse des heiligen Augustinus, Leipzig 1888
[Ein und Alles] Johann Wolfgang von Goethe, Gedichtgruppe „Gott und Welt“, 1827
[Faust 1] Johann Wolfgang von Goethe, Faust Teil 1, Eine Tragödie, Tübingen 1808.
[2018] Text und Bilder von Undine & Jens / www.pushpak.de